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Fr, 14.08.2020
KOMMANDO KANT
Open Air Releaseshow
Einlass: 18:00 | AK: Eintritt Frei!
Fast schon einer Revolution im DevilDuck-Kosmos kommt es gleich, dass wir mit den Hamburgern Kommando Kant eine deutschsingende Band an den Start bringen. Das ist eine Premiere und gab es in nunmehr 16 Jahren noch nicht und vielleicht bleibt es die rühmliche Ausnahme von der berühmten Regel.
„Aussterben ist ein schönes Hobby“ mag in diesen Zeiten als Albumtitel etwas kontrovers erscheinen, aber da das Album bereits vor einiger Zeit unter Mithilfe von Produzent Hauke Albrecht (Leoniden, Captain Planet, Turbostaat) entstanden ist, wird die Aktualität etwas relativiert. Das Quartett besteht aus Björn Albertsen (Gesang & Gitarre), André Kurberg (Gitarre), Marius Magaard (Gesang & Bass) und Lilian Stenzel (Schlagzeug) und ihre recht eigenen Gedanken leben sie textlich dann auch aus, gut so!
Es passt irgendwie ins Bild, dass der Albumtitel quasi aus einer Bierlaune heraus entstanden ist und ihnen erst etwas später klar wurde, dass dieser doch recht viel Interpretationsspielraum lässt, aber genau diese beiden Pole – „Bierlaune“ und „kritisches Denken“ – beschreiben Kommando Kant vielleicht am besten. Dabei sind Kommando Kant schon eine Weile am Start und gründeten sich bereits 2012. Bis zum Debütalbum „Ziehen Sie ‘ne Nummer“, ebenfalls von Hauke Albrecht produziert, dauerte es dann aber bis 2016 und überhaupt schleicht sich das Gefühl ein, dass bei ihnen gut Ding Weile haben will, denn nun sind ja erneut vier Jahre ins Land gezogen, um endlich den Nachfolger zu präsentieren, dessen erste Single ‚Miami’ am 15. Mai erscheint. Eine Veränderung im Line Up ist dagegen noch recht frisch, denn Schlagzeuger Jannis Reiher, der das Album noch eingetrommelt hat, verließ die Band auf eigenen Wunsch.
Kommando Kant – das sind Großstadtgeschichten aus Kleinstädtersicht. Unterfüttert mit Klängen aus US-amerikanischem Indie-Rock der Neunziger, der auf subtile, aber mitreißende Pop-Momente aus deutschsprachiger Gitarrenmusik der Nullerjahre trifft. Durchgeschüttelt wird das Ganze mit einem Schuss nordfriesischer Schroffheit, wo die Band ihre Wurzeln hat.
Diese Beschreibung trifft den Nagel ziemlich auf den Kopf, denn genau die Mischung aus intelligent-rotzigen deutschen Texten und einem Faible für Songwriting macht sie für uns zu etwas Besonderem, denn im Gegensatz zu vielen deutschsingenden Bands lohnt es sich, nicht nur auf die Texte, sondern auch auf die Musik zu hören. Das mag etwas anmaßend klingen, aber genau deshalb wollten wir sie unbedingt auf DevilDuck haben.
Der Albumtitel fungiert dabei wie eine Art roter Faden, denn die Beschäfitgung mit dem „Aussterben“ oder der Vergänglichkeit findet sich textlich gleich in mehreren Songs wieder und so geht es laut Kurberg zum Beispiel um die „Zwischenmenschlichkeit, die im digitalen Zeitalter der Selbstdarstellung zunehmend in den Hintergrund tritt“.
Das abschließende ‚Bräist’, welches die Entfremdung zum eigenen Heimatort beschreibt, zeigt noch mal, dass sie auch vor Pop-Momenten nicht zurückschrecken und dabei ein Selbstbewusstsein an den Tag legen, das uns hoffen lässt, dass Kommando Kant uns über Jahre hinweg mit ihren ganz eigenen Lebensweisheiten beglücken.
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  • 14.8.    KOMMANDO KANT